Alexander Paperny

Faszination der Balalaika „Die Balalaika ist die Seele des russischen Volkes“

Händel und Balalaika – was verbindet diese zwei Begriffe? Nichts! Sagen Sie, aber Sie liegen falsch, weil die russische Balalaika in den Händen von Alexander Paperny jegliche Stereotypen überwinden kann. Der Balalaika steht die ganze musikalische Weltliteratur offen. Von Bach bis „Carmen“, von den „Capricen“ Paganinis bis zu den „Rhapsodien“ von List.

Und was könnte die geheimnisvolle russische Seele besser ausdrücken als die Balalaika, deren virtuose Klangmöglichkeiten Alexander Paperny uns vorführt. In Moskau als Solist und Dirigent ausgebildet, hat er mit seinem atemberaubenden Balalaikaspiel viele Länder „erobert“.

Genauso wie das klassische Repertoire interessiert ihn die moderne „Weltmusik“ – vor allem die Rhythmen Lateinamerikas haben es ihm angetan, der jazzig-entspannte Bossa Nova und der Tango Nuevo, vertreten durch Namen wie Antonio Carlos Jobim und Astor Piazzolla. Dieses weitgespannte Repertoire verwirklicht Alexander Paperny im Zusammenspiel mit unterschiedlichen Instrumenten: Klavier, Gitarre, Bajan… In regelmässigen Konzerten wird die Wirkung solcher Formationen immer wieder neu erprobt: „Stilistische Vielfalt, musikalisches Einfühlungsvermögen und grosses instrumentales Können verdiente den anhaltenden Applaus“, schrieb die Kritik unter der Überschrift „Ein faszinierendes Klangerlebnis“. Seit 10 Jahren spielt Alexander Paperny auf einer Balalaika von dem Moskauer Instrumentenbauer Valery Grebennikov – einem der besten in Russland.

Die Geschichte der Balalaika beginnt bereits im 17. Jahrhundert.

BalalaikaDieses Instrument ist sehr eigenartig. Obwohl es nur drei Saiten hat, von denen zwei auch noch gleich gestimmt sind ( nämlich auf die Töne e-e-a), bietet das Instrument eine grosse Auswahl an musikalischen Möglichkeiten. In alten Zeiten spielten russische Gaukler die Balalaika.

Viele Russen und Deutsche denken bei dem Wort Balalaika zuerst an eine Reihe von sehr bekannten Volksmelodien: „Kalinka“, „Katjuscha“ und „Stenka Rasin“. Auf der Balalaika gespielt klingen sie zwar sehr schön, aber das Möglichkeitsspektrum von diesem musikalischen Instrument ist viel breiter. Der berühmte Dichter Graf Lev Tolstoj äußerte sich folgendermassen: „Ich habe in der Tat eine zärtliche Frauenstimme gehört. Wenn man den Klang der Balalaika aus der Ferne vernimmt, entsteht eine absolute Illusion von Gesang. Saitenschläge in unmittelbarer Nähe lassen den Anschlag den Finger hören, ein Eindruck, der mit wachsender Entfernung schwindet. Aus der Ferne allein werden wir einen klaren und melodischen Klang hören.“
In den Händen eines Künstlers wird das „primitive“, auf den ersten Blick antimusikalische Instrument Balalaika zu einem lebendigen Wesen. Es lacht und weint und kann wahrhaftig sprechen.Das Studium der Balalaika in Russland ist weit gespannt, die Studenten werden auf der Basis der europäischen und russischen Klassik ausgebildet.

Deswegen habe ich klassische Musik so gern und spiele sie recht häufig. Ich mag auch lateinamerikanische Musik spielen. Sie fragen mich: Warum? Nun, erstens liebe ich diese Musik sehr, zweitens gibt es unter den lateinamerikanischen Instrumenten solche, die dem Klang einer Balalaika sehr ähnlich sind: Cavaquinho und Bandalim. Also wird nicht mehr viel Zeit vergehen, bis die Balalaika zu den brasilianischen Volksinstrumenten gezählt wird!